Nein zur Stilllegung der S9 - Läufelfingerli

Die Streichung der S9 Läufelfingerli wäre für unser Dorf ein grosser Verlust der guten Verbindungen zur übrigen Schweiz. Und das „Frustbarometer" gegen die Baselbieter Regierung würde langsam berohlich hohe Werte anzeigen.


Wir haben für Läufelfingen ein Entwicklungskonzept erarbeitet, unter anderem mit der Überbauung eines ehem. Industrieareals (Kohler Areal) mit 80 Wohneinheiten in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, der Senkung des Satzes der Ertragssteuer für juristische Personen um über 40%, der Schaffung von familiengerechten Betreuungsstrukten und vielem mehr. Damit wollen wir Läufelfingen auch in Zukunft attraktiv halten und für die ständig steigenden, neuen Herausforderungen positionieren.


Die Streichung der S9 würde einen grossen Teil unserer Strategie über den Haufen werfen und unsere Bestrebungen mitten ins Herz treffen. Heute erreichen wir in rund einer halben Stunde mit der Bahn alle grösseren Ballungszentren in der Deutschweiz (Basel, Bern, Zürich und Luzern). Dies ist ein gewichtiges Argument für Läufelfingen als Wohnort. Mit der Streichung der S9 würde dieser wichtige Standortvorteil über Nacht wegfallen. Die Folge wären Wegzüge von gut verdienenden Pendlern und damit massive steuerliche Einbussen. Das kann weder im Sinne des Kantons Baselland sein noch im Sinne der grossen Gemeinden im unteren Kantonsteil, da dadurch unsere Abhängigkeit vom Finanzausgleich erheblich zunehmen würde. Es erstaunt schon, dass man ein Dorf mit gut 1´300 Einwohnern - notabene noch das grösste im Homburgertal mit vielen Dienstleistungsangeboten für die Bevölkerung der angrenzenden Gemeinden - einfach ignoriert und in seiner Entwicklung behindert.


Mit der Streichung der S9 wird Läufelfingen wirklich zum „hintersten Dorf“ im Homburgertal und erleidet einen massiven Attraktivitätsverlust. Die Mähr vom besseren Angebot mit Bussen ist schon fast nicht mehr zu hören. Fakt ist, dass mit den Bussen auch für die übrigen Pendler im Homburgertal massiv höhere Reisezeiten entstehen. Statt in 10 Minuten mit der Bahn nach Olten zu fahren, würden wir künftig dafür 25 Minuten benötigen. Ein Hohn, wenn man bedenkt mit vielen Millionen Franken andernorts Fahrzeitgewinne von wenigen Minuten realisiert werden. 


Der entstehende Mehrverkehr auf der Strasse durchs Homburgertal wird dabei ebenso ausser Betracht gelassen wie auch die Tatsache, dass für die Busse Haltestellen fehlen und diese an etlichen Orten auf der Hauptstrasse anhalten müssten. Eine Behinderung des übrigen Verkehrs ist damit unumgänglich und auch aus Sicht der Umweltverträglichkeit machen wir einen klaren Schritt in die falsche Richtung.


Natürlich darf man die Kosten nie aus den Augen lassen und muss jeweils möglichst effizient wirtschaften, aber dies darf nicht nach dem Motto geschehen "Wir sparen, egal was es kostet". Die Gemeinde hat schon lange vor dem Landratsbeschluss, welcher die Abschaffung der Bahnstrecke vorsieht, mehrere ausgewogene Lösungen für einen attraktiven ÖV im Homburgertal mit erheblichen Kosteneinsparungen fachgerecht ausgearbeitet und diese den zuständigen Stellen im Kanton vorgelegt. Wären diese Vorschläge kreativ aufgenommen worden, statt mit viel Kreativität Argumente zu konstruieren, warum diese nicht realisiert werden sollen, hätten wir heute wahrscheinlich eine für alle Seiten befriedigende Lösung. Durch dieses Verhalten wie auch durch diverse Aussagen während der Diskussion im Landrat fühlen wir uns nicht ernst genommen und je länger je mehr als Baselbieter 2. Klasse. 


Wir kämpfen für eine Zukunft im Homburgertal. Ein zweites "Ballenberg" im Baselbiet kann für niemanden erstrebenswert sein. Darum bitten wir Sie alle, uns am 26. November zu unterstützen mit einem klaren


Nein zum 8. Generellen Leistungsauftrag im Bereich des öffentlichen Verkehrs für die Jahre 2018-2021


Dieter Forter, Gemeindepräsident

 
 
 
 
 
26.11.2017, Nein zur Stilllegung der S9 - Läufelfingerli

Die Streichung der S9 Läufelfingerli wäre für unser Dorf ein grosser...

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